Renovierung der Vleugels-Orgel

Grundsätzliches zur Orgel
Die Orgel in unserer Kirche St. Johannes Nepomuk wurde 1972 von der Firma Vleugels in Hardheim erbaut. Mit 56 Registern verteilt auf drei Manuale und Pedal und rund 3800 Pfeifen gehört sie zu den größten Orgeln des nordbadischen Raumes. Die Prospektgestaltung der Orgel geht auf den Eberbacher Architekten und Musiker Gustav Rumstadt zurück, der auch für die Gestaltung des Kirchenraumes federführend war.

Was ist an der Orgel defekt?
Orgeln bestehen neben den Pfeifen und Windladen aus vielen mechanischen und elektrischen Teilen. Für den Bau dieses Instrumentes in den siebziger Jahren wurden Materialien verwendet, deren Alterung nicht vorherzusehen war. Platinen und elektrische Kontakte im Spieltisch sind korrodiert und arbeiten nun unzuverlässig. Elektrische Bauteile, die damals verbaut wurden und jetzt nicht mehr funktionieren, sind kaum noch wiederzubeschaffen. Die elektrischen Klaviaturen im Spieltisch sind im Laufe der Jahre abgenutzt. Die Reaktion ist ungenau und der Orgelklang spricht mit zeitlicher Verzögerung an. Einige Töne funktionieren überhaupt nicht mehr. Vieles davon bekommt der Kirchenbesucher überhaupt nicht mit, da der Organist momentan nur etwa 60 Prozent der Orgel nutzt.
Das Orgelinnere ist zudem stark verschmutzt und muss dringend gereinigt werden. Durch den hohen Verschmutzungsgrad ist die Orgelanlage schlecht stimmbar.
Die Orgel ist zwar für die Größe der Kirche recht großzügig konzipiert, doch hat sie große klangliche Defizite. Diese Mängel lassen sich zum einen auf das Fehlen bestimmter Register zurückführen, die für eine Orgel dieser Größe notwendig wären, und zum anderen auf eine Reihe von Ungenauigkeiten bei der sogenannten Intonation, dem "Feintuning" der einzelnen Pfeifen.

Was ist bisher unternommen worden?
Nachdem klar war, dass an der Orgel eine Ausreinigung durchgeführt werden muss, beschloss Diözesankirchenmusikdirektor Godehard Weithoff, damaliger Bezirkskantor in Eberbach, eine größere Renovation der Orgel mit Neubau des Spieltisches durchzuführen. Severin Zöhrer, derzeitiger Bezirkskantor, griff die Pläne auf und modifizierte vor allem die klanglichen Maßnahmen.
Kirchenmusikdirektor Michael Meuser aus Tauberbischofsheim wurde mit der Betreuung des Objekts als Orgelsachverständiger beauftragt. Drei namhafte Orgelbauunternehmen, die in der Lage sind, dieses Großprojekt zuverlässig und im entsprechenden Zeitrahmen durchzuführen, gaben ihre Angebote ab.

Wer wird die Arbeiten durchführen?
Die Technische Umsetzung wird von der Orgelmanufaktur Link aus Giengen an der Brenz durchgeführt. Zu den technischen Arbeiten zählen Reinigung und Instandsetzung der gesamten Orgel, Neubau der Spieltischanlage, Umbau des Schwellwerkgehäuses, Neubau der Schwellwerksjalousie, Lieferung von fünf neuen Registern, Änderung von fünf weiteren Registern und abschließende Generalstimmung.
Den klanglichen Part, die sogenannte Intonation, übernimmt die Firma Trefz aus Stuttgart. Die Intonation der Orgel bedeutet das Einstellen jeder einzelnen Orgelpfeife, damit sie ihre Charakteristik optimal entfaltet und sich gleichzeitig in das Gesamtkonzept fügt.

Wann wird alles fertig sein?
Der geplante Einweihungstermin für die Orgel ist für Ende Dezember 2015 angesetzt.
Im Zeitraum September bis Oktober diesen Jahres werden alle technischen Arbeiten vor Ort durchgeführt, ab Oktober wird die Orgel dann intoniert und abschließend gestimmt.

Alles eine Frage des Geldes… oder „Die Kirche hat doch Geld!“
Die Kosten für die Gesamtmaßnahme werden sich auf rund 214.000 € belaufen, von denen die Erzdiözese ein Zehntel übernimmt. Die anderen 90 Prozent sind von der Kirchengemeinde aufzubringen.
Dies ist für die Gemeinde eine große Herausforderung, zumal andere ebenfalls dringende Maßnahmen anstehen. Der oft gehörte Spruch: „Die Kirche hat doch Geld!“ mag anderswo zutreffen, auf die hiesige Kirchengemeinde nicht.
Die Kirchengemeinde könnte sich dies alles gar nicht leisten, wenn es keine Spendenbereitschaft von Privatpersonen und Firmen gäbe.
Wir sind daher dringend auf die Unterstützung von vielen angewiesen, denen die Musica sacra und die Orgel in St. Johannes Nepomuk am Herzen liegen.

Werden Sie Pate
In der Übersichtstabelle sind die rund 250 Pfeifen aufgelistet, die für den Umbau neu angefertigt werden müssen. Daraus können Sie sich eine Pfeife aussuchen, für die Sie eine Patenschaft übernehmen möchten. Das kann eine einzelne Pfeife sein, ein Dreiklang, eine Tonleiter oder ein ganzes Register.
Alles Weitere finden Sie hier.
Wir würden uns freuen, Sie bald als neuen Orgelpfeifenpaten begrüßen zu dürfen.
Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

   Matthias Stößer, Pfarrer

   Severin Zöhrer, Bezirkskantor

   Janja Maric-Awe, Sekretariat